Christoph Hardebusch: Sturmwelten

Erster Band einer neuen Fantasy-Buchreihe über Piraten

21.04.2008 Jörn Käsebier

Rezension des Buches „Sturmwelten" von Christoph Hardebusch („Die Trolle"), in dem er seine Leser in eine Fantasy-Piratenwelt voller Seeschlachten und Magie führt.

Unter falscher Flagge nähert sich die „Todsünde“ dem Handelsschiff. Zu spät erkennen die Händler darauf, dass sie im Begriff sind, überfallen zu werden. Denn schon donnern die Kanonen, fliegen die Enterhaken. Die Gegenwehr der Händler dauert nicht lange – dann haben die Piraten das Schiff erobert. Für Jaquento aus dem Land Hiscadi ist es der erste Enterkampf. Seit kurzem ist er Freibeuter in der Sturmwelt, geflohen vor seiner Vergangenheit. In dem Inselreich will er neu anfangen. Doch schon bald merkt Jaquento, dass die Freiheit der Piraten nicht grenzenlos ist und gewonnene Reichtümer einem schnell wieder abgejagt werden können. Außerdem sieht es die größte Seemacht der Welt, Thaynric, gar nicht gerne, wenn Freibeuter ohne die Erlaubnis von Königin Morwey auf Kaperfahrt gehen …

Der Fluch der Sturmwelt

Der Fluch der Sturmwelt sind aber nicht die Piraten. Mit der Versklavung der Eingeborenen der Sturmwelt-Inseln hat die mächtige "Thaynrische-Koloniale-Handelscompagnie" große Schuld auf sich geladen und gleichzeitig gegen die Gesetze Thaynrics verstoßen. In den Kolonien fernab des Vaterlandes blieb das bislang unbemerkt. Doch ein Frachtschiff mit einer geheimnisvollen Ladung hat Kurs auf eine der Niederlassungen der Compagnie genommen und lenkt damit ungewünschte Aufmerksamkeit auf die Machenschaften der Händler. Wie wichtig Christoph Hardebusch die Verurteilung der Sklaverei ist, zeigt sich daran, dass er gleich zwei Mal die Erzählperspektive von Sklaven einnimmt. Der stolze Majagua und die Küchensklavin Sinao schildern dem Leser ihr grausames Schicksal und ihren Traum von Freiheit. Doch auch in den anderen Erzählsträngen geht es um Freiheit und ihre Grenzen: für Jaquento in der Welt der Piraten, für Roxane in der Marine Thaynrics und für Franigo in der Welt der Kunst.

Fantasy- und Piratenbuch in einem

Der Sauerländer Christoph Hardebusch (geboren 1974) scheint in seiner Zeit als Werbetexter ein Gespür für Marketing entwickelt zu haben. Mit der Verquickung gleich zwei populärer Genres – Fantasy- und Piratenroman – könnte er eine ziemlich große Zielgruppe erreichen. Ob das Kalkül aufgeht, bleibt abzuwarten. Die Zutaten aus beiden Gebieten sind da: die zur Piratengeschichte gehörenden Seeschlachten, Schatzsuchen und exotischen Schauplätze ebenso wie die zur Fantasy gehörende Magie, die Helden und Konflikte. Doch ob dies eher die Zutaten für eine Zwischenmahlzeit oder ein Mehrgangmenü sind, muss die (für 2009 angekündigte) Fortsetzung dieses trotz kleiner Schwächen insgesamt gelungenen Auftakts zeigen.

Wie beim "Fluch der Karibik" gibt es eine Fortsetzung

Der Kurs für den zweiten Band, der "Unter schwarzen Segeln" heißen wird, zeichnet sich aber ab: Mit der Einführung des Dichters Franigo deutet Hardebusch an, dass er sich künftig nicht auf die Sturmwelt beschränken will, sondern den Kontinent Corbane und damit den Konflikt zwischen der Landmacht Géronay und der Seemacht Thaynric stärker einbeziehen wird. Und der Kampf zwischen der „Todsünde“ und der „Mantikor“ ist noch längst nicht entschieden.

Christoph Hardebusch: Sturmwelten. Band 1. Heyne-Verlag 2008. Taschenbuch, 720 Seiten. Euro 13,00 (Österreich 13,40).

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Karte der Sturmwelt, Andreas Hancock Karte der Sturmwelt
 
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