Die Zwerge erfüllen ihr Schicksal

Fantasy-Autor Markus Heitz beendet Zwergen-Reihe mit 4. Band

16.03.2008 Jörn Käsebier

Bestseller-Autor Markus Heitz schickt ein letztes Mal seine Zwergen-Helden Tungdil Goldhand und Ingrimmsch in den Kampf ums fantastische Geborgene Land.

Sie sind klein aber kräftig, unverwüstlich und humorvoll, lieben das Bier, den Bergbau und das Schmieden. Außerdem hassen sie Elben und lieben ihre Bärte. Die Rede ist von Zwergen, so wie sie sich der Zweibrückener Autor Markus Heitz vorstellt (mehr zu Heitz im Interview). Im von ihm erdachten Geborgenen Land sichern die Zwerge seit vielen Zyklen die Außengrenzen gegen alle Ungeheuer und Eroberer. Doch gegen Verrat von innen und große Magie sind sie nicht gefeit. Daher wundert es nicht, dass Heitz im vierten und letzten Teil seiner Zwergen-Saga das Geborgene Land zunächst unter die Knute machtgieriger Magier und mächtiger Monster fallen lässt. Zumal am Ende des dritten Bandes, "Die Rache der Zwerge" bereits der große Held Tungdil Goldhand im Jenseitigen Land verschollen gegangen war.

Zweifel am Helden Tungdil

Mit seiner Rückkehr nach 250 Zyklen (umgerechnet sind das mehrere Jahrzehnte) zu Beginn des „Schicksals der Zwerge“ fängt die Befreiung der gemeinsamen Heimat von Menschen, Zwergen und den letzten Elben an. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch denkbar schlecht. Die Zwergstämme und -clans haben alle schwere Verluste hinnehmen müssen. Die Menschen haben sich – bis auf wenige Ausnahmen – mit einem Leben in Unfreiheit abgefunden. Und die Elben gelten als ausgerottet, vertrieben und gejagt von ihren dunklen Zwillingsbrüdern: den Alben. Außerdem kommen den Zwergen ernsthafte Zweifel an Tungdil. Denn ihr legendärer Held trägt eine schwarze Rüstung aus dem Metall der Alben, die zudem mit magischen Runen dieser bösen Wesen versehen ist. Auch weist das Gedächtnis des „Gelehrten“, wie Tungdil früher genannt wurde, große Lücken auf. Ist es also der große Held oder der schlimmste Verräter in der Geschichte der Zwerge? Das weiß nicht einmal Tungdils engster Freund Ingrimmsch. Doch diese Frage wird über das Schicksal der Zwerge und des Geborgenen Landes entscheiden.

Fans forderten Fortsetzung

Man merkt diesem vierten Band an, dass der 37-jährige Heitz die Reihe abschließen wollte, denn das Buch wirkt stellenweise etwas lieblos geschrieben. Eigentlich hatte bereits nach dem dritten Band Schluss sein sollen. Doch mit dem Verschwinden Tungdils am Ende hatte sich der Autor die Hintertür zu einer Fortsetzung offen gelassen, die die Fans vehement forderten. Um sich nicht zu sehr wiederholen zu müssen, ließ Heitz eine große Zeitspanne in der Handlung verstreichen, die es ihm erlaubte, zumindest den Großteil des menschlichen Personals auszutauschen. Den radikalen Bruch vermeidet er allerdings, indem er Nachfahren der alten Könige und des Schauspielers Rodario eine wichtige Rolle spielen lässt.

Verbindungen zu den Alben

Die Handlung überzeugt nicht immer, da sie einige Ungereimtheiten aufweist (warum etwa stellen die Bösen ein Ultimatum im Jenseitigen Land, wenn sie doch so übermächtig sind?), bleibt aber spannend, weil bis zum Schluss offen bleibt, ob der angebliche Tungdil nun der echte ist oder nicht. Heitz schürt immer wieder Zweifel an Tungdils Integrität, in dem er ihn anders handeln lässt als in den drei Bänden zuvor. So spricht nicht nur die schwarze Rüstung für einen engen Kontakt mit den Alben. Auch kommt bei einem Treffen mit einem Alben-Fürsten heraus, dass sich er und Tungdil aus dem Jenseitigen Land kennen. „Unzwergisch“ ist auch die Gewalt Tungdils und die Rücksichtslosigkeit, mit der er vorgeht. So opfert er ohne mit der Wimper zu zucken mehrere Angehörige seines Volkes. Dem Leser bleibt da nur, sich mit Ingrimmsch, dem neuen Helden der Zwerge, zu identifizieren.

Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge. Band 4. Piper-Verlag 2008. Taschenbuch, 608 Seiten. Euro 15,00.

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Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge, Piper-Verlag Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge
   

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