Lara Morgan – Der Herr der Drachen

Rezension eines Fantasy-Romans um Drachenreiter, Götter und Magie

23.11.2009 Jörn Käsebier

Die australische Fantasy-Autorin Lara Morgan legt mit „Der Herr der Drachen" ihren Debütroman vor. Die Welt der Drachenreiter und Götter ist eng an Australien angelegt.

Drachen gehören zu den bekanntesten mythischen Wesen, sei es als geflügeltes Wesen oder als Lindwurm. In Lara Morgans „Der Herr der Drachen“ gehören sie zur fliegenden und Feuer speienden Sorte. Den Titel „Der Herr der Drachen“ hat Penhaligon sicherlich aus marketingtechnischen Gründen gewählt, denn im Original heißt das Buch „Awakening“ (Erwachen) und die Trilogie „The Twins of Saranthium“. Der deutsche Titel hat jedoch einen starken inhaltlichen Bezug – bei der Figur des Azoth handelt es sich nämlich um den Herrn der Drachen.

Der Herr der Drachen kehrt zurück

Es ist seine Rückkehr, die die Menschen im Land Saranthium fürchten. Die Anzeichen, dass der Herr der Drachen nicht endgültig besiegt wurde, mehren sich. Die Drachen benehmen sich seltsam und aus umliegenden Gebieten werden Überfälle wilder Drachen auf Menschen gemeldet. Tallis und sein Clan werden Opfer eines solchen Angriffs. Doch der junge Krieger kann die geflügelten Wesen verjagen, wofür er allerdings die Gesetze seines Volkes bricht. Währenddessen möchte Shaan in Salmut, der Hauptstadt Saranthiums, gerne Drachenreiterin werden. Doch als der Drache Nuathin anfängt mit ihr zu sprechen, wird ihr klar, dass sie eine besondere Verbindung zu den Geschöpfen hat. Shaans Fähigkeiten bleiben nicht verborgen. Plötzlich findet sie sich mitten in politischen Intrigen wieder und erregt die Aufmerksamkeit der Glaubenstreuen, die geschworen haben zu verhindern, dass Azoth jemals wieder die Herrschaft über Drachen und Menschen gewinnt.

Vergleiche mit „Eragon“ von Christopher Paolini

Beworben wird Lara Morgans Fantasy-Geschichte als Mischung aus Tolkiens „Herr der Ringe“ und Christopher Paolinis „Eragon“. Das führt eher in die Irre, denn weder ist Morgans Trilogie so episch wie Tolkiens Meisterwerk, noch gibt es so viele klassische Fantasy-Völker wie bei Paolini, den die Australierin zudem stilistisch übertrifft. Die Fantasy-Welt in „Der Herr der Drachen“ beruht allerdings, ähnlich wie bei Paolini, auf der Umgebung, in der Lara Morgan unter dem Namen Lara Brncic in Westaustralien nahe Perth aufwuchs. Die Unterteilung in Trocken- und Feuchtlande etwa, lässt deutlich Australien erahnen, mit seinen fruchtbaren Küstengebieten, den tropischen Zonen sowie dem Outback, in dem nur die überleben, die sich an das Klima anpassen. Die Clan, zu denen Tallis gehört, haben sicherlich die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, zum Vorbild.

Lara Morgan setzt die Fantasy-Geschichte fort

In ihre Fantasy-Welt führt Lara Morgan sehr gekonnt ein. Für ein Roman-Debüt erzählt sie sehr souverän. Erst gegen Ende des Buches, wenn die Handlung an Dramatik gewinnt, sind die Ereignisse nicht mehr so schlüssig erzählt. Wie viele andere Fantasy-Autoren scheitert Morgan an der Frage, warum das Böse, wenn es schon so mächtig ist, dass es seine Gegner leicht besiegen könnte, den Guten immer noch eine Chance lässt. Wie es weitergeht erfahren die Leser in der Fortsetzung von „Der Herr der Drachen“, die im Frühjahr 2010 in Australien und Neuseeland erscheinen wird. Die deutsche Ausgabe dürfte daher frühestens im Herbst nächsten Jahres auf den Markt kommen.

Lara Morgan: Der Herr der Drachen. Penhaligon 2009. Gebundene Ausgabe, 512 Seiten. Euro 19,95 (Österreich 20,60).

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