Schattenfall: Fantasy-Roman von R. Scott Bakker

Rezension des ersten Bandes der Trilogie „Der Krieg der Propheten“

28.08.2008 Jörn Käsebier

R. Scott Bakker schickt in „Schattenfall" Mönche, Barbaren, Ritter und Hexenmeister in einen Heiligen Krieg. Den wahren Zweck des Krieges ahnt keiner der Beteiligten.

Die Welt Eärwa steht vor dem Abgrund. 2.000 Jahre nach der ersten Apokalypse, in der die nördliche Hälfte Eärwas zerstört wurde, ist nun auch der Süden bedroht. Das glauben zumindest die Hexenmeister der Mandati. Seit der Zerstörung des Nordens bekämpfen sie die skrupellosen Rathgeber. Doch ihr Feind hat sich seit mehreren Hundert Jahren nicht mehr blicken lassen. Daher sind die Mandati die letzten Menschen, die überhaupt an die Existenz der Rathgeber glauben. Die Herrscher im Gebiet der Drei Meere im Süden Eärwas sind derweil mit Machtspielen beschäftigt. Als das neue religiöse Oberhaupt der Inrithi zum Heiligen Krieg gegen die heidnischen Fanim aufruft, versuchen die Herrscher sehr bald, den Krieg für ihre Zwecke zu nutzen. Auch der Barbarenhäuptling Cnaiür begibt sich auf einen privaten Fehdezug. Er will den Vater des Dûnyain-Mönches Anasûrimbor Kellhus finden. Kellhus sucht ebenfalls seinen Vater. Doch der hält sich angeblich ausgerechnet in der Stadt auf, die das Ziel des Heiligen Krieges ist: Shimeh.

Das erste Buch einer Fantasy-Trilogie

„Schattenfall“ (The Darkness That Comes Before) ist der Auftaktband zur Trilogie „Der Krieg der Propheten“ (The Prince of Nothing). Dem Kanadier R. Scott Bakker (geboren 1967) gelang mit seinem ersten Buch bereits der Durchbruch auf dem nordamerikanischen Fantasymarkt. Die Faszination von „Schattenfall“ liegt in der gelungen Mischung aus Intrigen, Kampf- und Schlachtszenen sowie Magie und Liebe. Was Bakkers Roman von anderen Fantasy-Büchern abhebt, ist die Schilderung der Vorbereitung auf den Heiligen Krieg. Die Motivation aller Beteiligten wird sehr gut deutlich, ebenso wie ihre Ränkespiele. Dazu wechselt Bakker sehr oft die Erzählperspektive und gibt dem Leser damit Einblicke in die Gedankenwelt aller Fraktionen und Parteien. Dabei erfährt der Leser jedoch längst nicht alle Gedanken und Pläne, sondern wird neugierig gemacht auf die weiteren Ereignisse. Die Vielzahl der Personen, Gruppen und Völker macht es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Doch da alle im Anhang aufgeführt werden, können die Namen schnell nachgeschlagen werden. Hilfreich ist auch die Karte, mit deren Hilfe sich der Leser schneller in die Welt Eärwa hineinfindet.

Fantasy wie bei Joe Abercrombie

Wie es mit dem „Krieg der Propheten“ weitergeht, verrät Bakker in Band zwei und drei der Trilogie: „Der Prinz aus Atrithau“ und „Der tausendfältige Gedanke“. Letzterer ist bislang nur als gebundene Ausgabe in der Hobbit Presse von Klett-Cotta erschienen. 2009 will Heyne auch Band 3 als Taschenbuch auf den Markt bringen. Wer gerne ähnlich komplexe und actionreiche Fantasy liest wird bei Joe Abercrombie fündig. Wer sich mehr für innere Konflikte der Figuren und Wandlung der Charaktere interessiert, sollte sich das starke Debüt von Patrick Rothfuss nicht entgehen lassen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Liste der besten Fantasy-Romane 2008.

R. Scott Bakker: Schattenfall. Der Krieg der Propheten. Band 1. Heyne 2008. Taschenbuch, 656 Seiten. Euro 9,95 (Österreich 10,30).

R. Scott Bakker: Schattenfall. Der Krieg der Propheten. Band 1. Klett-Cotta 2008 (2. Auflage). Gebundene Ausgabe, 655 Seiten. Euro 24,50.

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Bakker: Schattenfall, Heyne-Verlag Bakker: Schattenfall
   

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