Spielball im Spiel der Götter

"Feuer der Rebellion": 10. Band der Fantasy-Reihe von Steven Erikson

10.03.2008 Jörn Käsebier

Steven Erikson lässt im zehnten Band seiner Reihe "Spiel der Götter" die Malazaner gegen die letzten Rebellen im Reich der Sieben Städte kämpfen.

Den Aufstand schienen die Malazaner bereits niedergeschlagen zu haben. Doch eine kleine Rebellenarmee unter Leoman von den Dreschflegeln ist entkommen und bereitet sich auf ein letztes Gefecht vor. In Y’Ghatan wollen sie sich der 14. Armee des malazanischen Imperiums entgegen stellen – an diesem symbolträchtigen Ort hatten die Eroberer Jahre zuvor schon einmal eine schlimme Niederlage hinnehmen müssen. Viel Zeit bleibt der 14. Armee nicht, um die Aufständischen zu besiegen, denn im Osten des Reichs der Sieben Städte ist die Pest ausgebrochen, die sich rasend schnell ausbreitet.

Die Feuer der Rebellion

Auch in "Die Feuer der Rebellion“, dem mittlerweile zehnten Band seiner Fantasy-Reihe "Das Spiel der Götter“, führt Steven Erikson den Leser auf eine Reise durch das Reich von Malazan (so im Übrigen auch der Originaltitel). Der Kampf um Y’Ghatan steht dabei zwar im Vordergrund – breiten Raum gibt der kanadische Autor jedoch auch den Intrigen der Götter. Dies ist der entscheidende Kampf, und noch immer ist nicht genau klar, wer hier eigentlich gegen wen und wer zusammen mit wem kämpft. Die Herrscher der Schatten scheinen sich mit ihren Intrigen verrechnet zu haben. Teile des Pantheon sehen in Schattenthron eine Bedrohung und nicht im Verkrüppelten Gott, der die Kräfte des Chaos entfesselt hat und mit seinem Gift die Gewirre verunreinigt. Doch auf die Gewirre als magische Pfade sind alle angewiesen, die über Zauberkräfte verfügen, daher finden sich neue Verbündete des Schattens. Und auch der Herr der Drachenkarten mischt sich ein, als die so genannten Namenlosen eine mächtige Kreatur auf die Welt loslassen …

T'lan Imass - Vorläufer der Malazaner

Der Anthropologe und Archäologe Erikson begann in den 1990er Jahren mit dem Entwurf seiner Fantasywelt. Seine beruflichen Kenntnisse haben breit Eingang in seine schriftstellerische Arbeit gefunden. Immer wieder spielen Ruinen eine große Rolle, sei es einfach nur als Hinweis auf eine lange Vorgeschichte von Konflikten oder aber als Drohung und Mahnmal für die handelnden Personen. Eriksons anthropologische Kenntnisse bemerkt der Leser bei der Beschreibung der Völker und Rassen, vor allem bei den T’lan Imass, einer Art Steinzeitmensch, die lange vor den Malazanern das Erste Imperium errichteten. Und die nunmehr durch Magie gebunden als Untote durch die Welt streifen, auf der Suche nach Erlösung und ihren ewigen Feinden: den Jhagut. Damit der Leser in der komplexen Welt den Überblick nicht verliert, ist jedem Buch eine Übersicht über die wichtigsten Personen der Handlung sowie ein Glossar angehängt.

Ein Ende der spannenden Reihe ist bislang nicht abzusehen, zumal aus einem Originalband in der Übersetzung meist zwei werden. Während so die Zahl der Bände steigt, hat es den Vorteil, dass die Wartezeit zum Folgebuch verkürzt wird. "Die Knochenjäger“ lautet der Titel von Band 11.

Steven Erikson: Die Feuer der Rebellion. Das Spiel der Götter. Band 10. Blanvalet 2007. Taschenbuch, 669 Seiten. Euro 13.

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