Tobias O. Meißner: Die Dämonen

Rezension eines Fantasy-Romans über teuflische Geschöpfe

05.10.2008 Jörn Käsebier

Die Rezension von „Die Dämonen" stellt den Fantasy-Roman von Tobias O. Meißner vor und beleuchtet Handlung und Charaktere des Fantasy-Buches.

Die Dämonen der Fantasy-Welt Orison leben nicht in einer Hölle, in der Luzifer über sie herrscht. Doch sie sind gefangen. Vor Jahrtausenden hat der Magier Orison die Dämonen in einen Schlund gesperrt und damit den Menschen die Herrschaft über die Welt geschenkt. Das nach ihm benannte Land unterteilte der Magier in neun Baronate, die zusammen ein Königreich ergeben. Die Menschen meiden zwar den Schlund, aber mit der Zeit vergessen sie, dass es Dämonen gibt.

Die Dämonen übernehmen die Herrschaft über die Fantasy-Welt

Doch die Bewohner Orisons werden unsanft an das Böse im Schlund erinnert, als zwei Dämonen daraus entkommen. Gäus und Irathindur beschließen, die Welt unter sich aufzuteilen, untereinander dabei jedoch Frieden zu wahren. Um maximale Lebenskraft aus der Menschenwelt zu ziehen, suchen sich die beiden einen Wirt. Und so werden der König Orisons und die Baronin des sechsten Baronats besessen von Dämonen – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch Irathindur und Gäus merken schon bald, dass doch nicht genug Platz und Lebenskraft für sie beide da ist. Ein Wettlauf um die Macht in Orison entbrennt. Der Krieg, den die Dämonen entfesseln, bringt die Welt an den Rand des Abgrunds.

Ein tragikomischer Fantasy-Roman

So dämonisch und brutal die Handlung von „Die Dämonen“ zunächst klingen mag, sie ist es am Ende gar nicht. Tobias O. Meißner (geboren 1967) würzt seine Geschichte auch mit einer ordentlichen Prise Humor. Allerdings mischen sich die lustigen Passagen oft mit tragischen Elementen. Das Tragikomische des Fantasy-Romans fasst die Figur des Faur Benesand zusammen. Der wird von seinen eigenen, inneren Dämonen beherrscht und ist von seiner Baronin besessen. Doch da sie für ihn unerreichbar wird (oder bleibt), als Irathindur sich ihrer bemächtigt, zerbricht Benesand; jedoch nicht, ohne zuvor die halbe Welt in Brand zu setzen. Benesand wird viel dämonischer als es die Dämonen in Meißners Buch über weite Strecken sind. Im Gegenteil, Gäus entwickelt zeitweise menschliche Gefühle, wodurch der Kontrast viel größer wird, wenn die beiden Dämonen im Endkampf ihre übermenschlichen Kräfte einsetzen, um ihren Widersacher zu vernichten.

Fortsetzung von „Die Dämonen“?

Es ist ein echtes Vergnügen, „Die Dämonen“ zu lesen. Das Buch ist spannend geschrieben, die Handlung kurzweilig und einfach gehalten, ohne zu simpel gestrickt zu sein. Die Charaktere sind gut ausgeformt und in ihrer Zahl überschaubar, so dass kein Personenregister vonnöten ist. Das Ende schließlich überrascht und lässt genügend Spielraum für eine Fortsetzung. Die erste heißt „Freiheit oder Finsternis" und erscheint im März 2010. Noch sind nicht alle Geheimnisse der Dämonen gelüftet. Doch die Zwerge haben es bereits auf vier Bände gebracht.

Tobias O. Meißner: Die Dämonen. Piper 2008. Kartoniertes Taschenbuch, 464 Seiten. Euro 14,90 (Österreich 15,40).

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Tobias O. Meißner: Die Dämonen, Piper-Verlag Tobias O. Meißner: Die Dämonen
   

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