Windkämpfer – Fantasy-Roman von Robert RedickRezension des ersten Bandes einer Fantasy-Abenteuerreihe
Robert Redick beginnt mit „Windkämpfer" eine Fantasy-Geschichte über die Reise des Schiffes Chathrand. An Bord: Mörder, Helden, Kobolde und eine geheimnisvolle Fracht.
„Windkämpfer“ ist der Titel eines der spannendsten Fanatsy-Debüts des Jahres 2009. Robert Redick heißt der Autor, der mit „The Red Wolf Conspiracy“ (wörtlich übersetzt „Die Rote-Wolf-Verschwörung“) seine erste Fantasy-Reihe gestartet hat. Sie spielt auf einem riesigen Segelschiff, der Chathrand, auf der sich die Zukunft der Welt Alifros entscheidet. Krieg oder Frieden sind die beiden Möglichkeiten, doch nur wenige der rund 1.000 Menschen auf dem Schiff ahnen etwas von der drohenden Katastrophe. Kobolde, Magier und Krieger kämpfen gemeinsamDer Schiffsjunge Pazel Pathkendle ist einer von ihnen. Er ist kein Freund des Reiches Arqual, das seine Heimatstadt zerstört und besetzt hat. Daher setzt Pazel alles daran, um die Verschwörung der Kriegstreiber aufzudecken und anderen Inselreichen ein ähnliches Schicksal zu ersparen. Dabei helfen ihm die Botschaftertochter Tascha, ein Magier, ein Krieger sowie einige Ixchel, Klabautermänner, die heimlich auf Schiffen mitreisen. Doch ihre Feinde verfügen über großen Einfluss und haben den Krieg von langer Hand geplant. „Windkämpfer" ist eine abenteuerreiches Fantasy-Buch Die Welt des großen Schiffes erlaubt es Robert Redick, in „Windkämpfer“ Vertreter aller Gesellschaftsschichten Arquals auftreten zu lassen. Die Geschehnisse auf den verschiedenen Decks schildert er anschaulich und schafft so eine Atmosphäre, die den Leser in die Geschichte hineinzieht. Die ständigen Wechsel in der Erzählperspektive führen allerdings dazu, dass der Leser frühzeitig den Großteil der Verschwörer kennt, was die Spannung mindert. Leider macht Redick es sich am Ende zudem etwas zu einfach, schafft eine unbefriedigende Zwischenlösung, die wohl vor allem dazu dient, dass die Geschichte weitergehen kann. „Windkämpfer“ bleibt am Ende ein großes Abenteuer ohne allzu großen Tiefgang. Bei allen erzählerischen Qualitäten reicht der Fantasy-Roman in diesem Punkt nicht an die Sturmwelten-Trilogie von Christoph Hardebusch heran. Robert Redick ist nicht auf ein Genre festgelegtRobert Redick heißt mit vollem Namen Robert von Stein Redick und lebt derzeit im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts. Seine literarischen Vorlieben galten zunächst der russischen und lateinamerikanischen Literatur, daher war sein erster Roman auch dem Argentinien zur Zeit der Militärdiktatur gewidmet. Seine 2005 veröffentlichte Biografie des verstorbenen Schauspielers River Phoenix brachte ihm seinen ersten Literaturpreis ein. Nicht zuletzt durch Rollenspiele entwickelte er aber auch bereits als Jugendlicher Interesse an Phantastischer Literatur. Sein Fantasy-Debüt erinnert dabei jedoch weniger an klassische Vorbilder, wie den „Herrn der Ringe“, sondern eher an Abenteuerromane von Alexandre Dumas („Die drei Musketiere“) und Robert L. Stevenson („Die Schatzinsel“). In dieser Hinsicht ähnelt „Windkämpfer“ dem Roman „Drachenklingen“ von Pierre Pevel. Redicks Fantasy-Abenteuer ist noch nicht beendet. Die Fortsetzung von „Windkämpfer“ erscheint im Original voraussichtlich im August 2009. „The Rats and the Ruling Sea“ wird den deutschen Titel „Windjäger“ erhalten. Teil drei der Trilogie „The Chathrand Voyage“ wird „The Night of the Swarm“ heißen. Robert Redick: Windkämpfer. Heyne-Verlag 2009. Broschiertes Taschenbuch, 736 Seiten. Euro 15,00 (Österreich 15,50).
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